Nach meinem – zugegebener Maßen – sehr unobjektiven Bericht, den ich u.A. etwas verärgert geschrieben habe, jetzt ein (hoffentlich) objektiver Bericht über Internet von Kabel Deutschland.

Bestellung des Anschlusses

Die Bestellung via Internet klang zunächst wunderbar. Man erhält einen kostenlosen WLAN-Router von D-Link, es fällt lediglich eine Bereitstellungsgebühr von 20€ an (Stand Ende August 2009). Probleme ergaben sich in meinem Fall dadurch, dass die Multimediagestattung, die mein Vermieter Kabel Deutschland erteilt hatte, so dass Kabel Deutschland die Mieter mit Internet- und Telefonanschlüssen versorgen darf/kann abgelaufen war. Bestehende Verträge werden dadurch nicht berührt, allerdings ist ein Vertragsabschluss ohne gültige Genehmigung nicht möglich. Die Genehmigung kann mit einem Formular (zu finden auf der Seite von Kabel Deutschland; mir wurde durch die Hotline das Korrekte Formular genannt) durch den Vermieter erteilt werden. Nachdem diese erteilt war, musste allerdings meine Bestellung zusammen mit der Genehmigung bearbeitet werden. Wozu dies nötig ist, ist mir nicht ganz klar. Durch die somit folgende telefonische Bestellung wurden aber auch 20€ für den WLAN-Router fällig. Mit etwas Verhandlungsgeschick schaffte ich es einen Technikertermin 4 Tage nach Vertragsabschluss zu erhalten.

Installation durch den Techniker

Der Techniker, der den Anschluss in meiner Wohnung installierte war äußerst freundlich und schien Ahnung davon zu haben, was er tat. In anderen mir bekannten Fällen traf dies wohl nicht zu. Aussagen wie „keine Ahnung, wie Sie jetzt über die FritzBox telefonieren können“ waren noch das harmloseste. Zur Installation muss eine Multimediasteckdose gesetzt werden. Existiert diese nicht schon (wie in meinem Fall), so werden die Techniker auch schon einmal handgreiflich – der Bausubstanz gegenüber. Dies kann bedeuten, dass Wände aufgerissen werden, Löcher wahllos und nicht sorgfältig durch Wände gebohrt werden und dass der Nachbar unter Umständen kein Fernsehsignal mehr hat. Exisitiert noch kein Schaltschrank von KabelDeutschland, so muss dieser noch angebracht werden, was zusätzlich Dreck, Staub und andere Unannehmlichkeiten bringen kann.

Die Einrichtung des Modems durch den Techniker läuft dann hingegen recht einfach und schnell ab und hab z.B. bei mir kaum eine halbe Stunde gedauert.

Das Modem und der WLAN-Router

Über das Modem an sich gibt es kaum etwas zu berichten. Scheinbar erhält man zusammen mit dem D-Link-Router ein Thomson-Gerät, das über 2 Analoganschlüsse verfügt, und zusammen mit der FritzBox – die mit Aufpreis erhältlich ist – ein Motorola-Modem. Das Modem verfügt über einen einzigen LAN-Anschluss, über den man entweder direkt per LAN-Kabel oder via Router surfen kann. Schließt man den PC direkt an, erhält dieser über DHCP alle Einstellungen wie DNS-Server oder IP. Auch der Router erhält (fast) alle benötigten Informationen automatisch. Schließt man z.B. einen FritzBox mit angeschlossenem Telefon an, so wird das Telefon ohne zutun des Nutzers korrekt konfiguriert. WLAN-Verschlüsselung und andere Dinge müssen natürlich trotzdem von Hand eingestellt werden.

Als (u.U. kostenloser) Router wird der D-Link DIR-615 ausgeliefert. Im Vergleich zur FritzBox ist er recht klein und hat keinerlei Extras wie z.B. USB-Anschluss, DECT etc. Die Oberfläche hingegen spiegelt nichts von der Schlankheit des Äußeren wider. Sie ist unübersichtlich und für „Otto-Normal“-Verbraucher meiner Meinung nach zu schlecht zu durchschauen. Ich als Informatiker kann mich zwar freuen, dass ich Dinge wie z.B. die MTU einstellen kann, aber ich frage mich ernsthaft: will ich das? Man findet Verschiedene Einstellungen nicht da, wo man sie sucht und gut lesbar ist die Oberfläche auch nicht. Dafür läuft der Router recht stabil und ist alles in allem (wenn man sich mal durch den Einstellungsdschungel gekämpft hat) ein passables Gerät, das man entweder kostenlos oder für 20€ erhält.

Kosten

Derzeit (seit über einem halben Jahr im Sonderangebot) erhält man einen 6MBit-Anschluss für ca 13€. Dieser Preis gilt für ein Jahr, danach erhöht sich der Betrag um 7€, allerdings beträgt die Mindest-Vertagslaufzeit nur ein Jahr. Bei Vertragsabschluss muss man leider die Optionen Festnetz-Flat und Sicherheitspaket mitbestellen. Diese sind in den ersten 3 Monaten kostenlos, müssen dann aber – falls nicht benötigt – seperat und schriftlich gekündigt werden. Zudem muss man Kabel Deutschland eine Bankeinzugsermächtigung erteilen. Der Zwang diese Optionen zu buchen empfinde ich persönlich als Abzocke, da hier wohl auf die Faulheit oder Vergesslichkeit des Kunden gesetzt wird, um ein paar Euro extra zu verdienen. Mich als Linux-User ärgert es natürlich um so mehr, dass ich ein Windows-Sicherheitspaket bestellen muss. Die Telefon-Flatrate ist als Option eine Überlegung wert, da sie nicht all zu viel kostet und 13€ + ein paar Euro für die Flat immer noch nicht all zu viel sind.

Pro und Contra

Pro:

  • Kosten: 13€ für eine 6000er-Leitung ist nicht viel Geld
  • kosten{loser,günstiger} WLAN-Router
  • nur ein Jahr Mindest-Vertragslaufzeit
  • relativ schnelle Bereitstellung
  • oft auch in Gebieten ohne DSL-Ausbau verfügbar

Contra:

  • u.U. bauliche Änderungen (bei einer Bekannten war Tapezieren nötig)
  • u.U. inkompetente Techniker
  • nicht überall verfügbar
  • Broadcast-Technik kann dazu führen, dass die Bandbreite bei großen Endbäumen (also viel Kunden nach dem letzten Knoten) bei starkem Traffic leidet

Fazit

Trotz der Verzögerungen, die bei mir eintraten, habe ich meinen Internetanschluss immer noch vor einem Freund erhalten, der seinen Anschluss bei 1&1 bestellt hat. Er hat nach 4 Wochen einen Technikertermin erhalten und wartet jetzt noch auf den DSL-Splitter. Einen günstigeren Provider habe ich bisher nicht gefunden und das Preisleistungsverhältnis ist sehr gut. Mit etwas Verhandlungsgeschick lässt sich auch bei telefonischer Bestellung der ein oder andere Bonus herausholen, auch wenn an den Preisen nichts zu machen ist. 20€ Bereitstellungsgebühr sind nicht viel und selbst wenn man noch 20€ für den Router dazurechnet ist dies immer noch günstiger als die Bereitstellungsgebühr der DSL-Anbieter. Insgesamt also eigentlich zu empfehlen.

Speedtest

 

KabelD [neuer Bericht]

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