Dieser Artikel erzählt von openSUSE auf dem Lenovo S10e und den damit einhergehenden Problemen. Ich habe mir vor kurzem das S10e mit SLED 10 gekauft und da mir SLED 10 schon etwas veraltet vorkam (z.B. ist das Packet-Management von 11.0 deutlich schneller) und außerdem der WLAN-Treiber nicht funktionierte, habe ich kurz nachdem das Netbook bei mir zu Hause angekommen war mich dazu entschlossen openSUSE 11.0 zu installieren. Die Schwierigkeiten, die dabei auftraten und verschiedene Problemlösungen möchte ich hier vorstellen, damit andere, die vllt. nicht so viel Zeit haben wie ich haben, auch auf ihrem S10e ein schönes schnelles und neues Betriebssystem haben möchten, eine Hilfestellung finden.

Die Installation

Wie installiert man normalerweise ein Betriebssystem auf einem Rechner? Richtig: mit einer CD – entweder war diese beim Rechner dabei, oder man hat sich ein Diskimage heruntergeladen und hat dieses dann auf CD gebrannt.

Allerdings haben (die meisten) Netbooks kein internes Laufwerk. Also bleibt entweder die Möglichkeit eines externen CD/DVD-Laufwerks oder eine Installation via USB-Stick. Da die wenigstens wohl ein DVD-Laufwerk haben und eine Installation mit CD oder DVD keiner weiteren Erläuterungen bedarf möchte ich die zweite Variante beschreiben.

Das Erstellen eines bootbaren USB-Stick funktioniert am einfachsten mit unetbootin. Einfach herunterladen und die gewünschten Einstellungen tätigen. Die Prozedur ist eigentlich selbsterklärend und sollte auch für Linuxanfänger keine Schwierigkeit darstellen, da es auch eine Windows-Version von unetbootin gibt.

Die Installation funktioniert dann wie von CD, allerdings muss zuvor u.U. USB als Bootmedium aktiviert oder in der Bootreihenfolge nach vorne gebracht werden. Alternativ kann man beim Starten des Rechners Fn+F11 (=F12) drücken, um so ins Bootmenü zu gelangen.

 

Der erste Start

Nach dem ersten Start wird man merken, dass so einiges nicht läuft. Im Folgenden also die Problemlösungen.

 

Das Display

Leider konnte ich das S10e bisher nicht dazu bewegen, das Display beim Start auf anhieb mit den korrekten 1024×576 Pixeln zu betreiben. Als vorläufige Lösung starte ich ein Shellskript durch den Autostart nach jeder Anmeldun, das den VGA-Ausgang deaktiviert. Danach springt das Display automatisch auf die richtige Auflösung um. Der Inhalt des Skriptes ist:

#!/bin/bash

xrandr –output VGA –off

Diesen Text einfach in eine Plaintext-Datei kopieren, danach chmod +x filename und dann im Autostart eintragen. Unter KDE: Einfach in den Ordner /home/.kde/Autostart kopieren. Unter Gnome: Im Kontrollzentrum->System->Sitzungen->Startprogramme einfach hinzufügen wählen und die zuvor erstellte Datei als Befehl auswählen.

 

Frage: Wie kann ich eine Datei erstellen und das alles machen, wenn ich die Hälfte des Bildschirms nicht sehe?

Antwort: Einfach ALT+F2 drücken, die zweite Zeile des Skriptes eingeben und bestätigen. Danach sollte sich der Bildschirm anpassen. Dann mit einem beliebigen Texteditor die Datei erstellen.

 

WLAN

WLAN wird bisher nicht „out-off-the-box“ erkannt. Abhilfe schafft (3x raten) ndiswrapper. Dazu einfach die Windowstreiber herunterladen und diese mit cabetract entpacken. Im Ordner Driver finden sich dann die Dateien bcmwl5.inf und bcmwl5.sys. Diese beiden werden benötigt. ndiswrapper -i bcmwl5.inf ausführen und danach die Karte wie gewohnt im Yast konfigurieren. Über den Networkmanager lassen sich dann prima die Funktnetzwerke verwalten.

Sollte das WLAN beim nächsten Start nicht mehr gehn und lsmod | fgrep ndiswrapper kein Ergebnis liefern, muss noch ndiswrapper -m ausgeführt werden. Danach sollte das WLAN nach jedem Start funktionieren.

Es gibt auch einen proprietären Treiber von Broadcom, allerdings hatte ich mit diesem – euphemistisch gesagt – Schwierigkeiten, da beim Verbinden mit einem durch WPA Enterprise gesicherten Netzwerk der ganze Laptop einfror.

weiteres

Funktionsliste:

  • WLAN/LAN/Bluetooth — läuft/läuft/nicht getestet
  • Display — läuft (Helligkeitsänderungen funktionieren)
  • Sound — funktioniert
  • ACPI — keine Probleme bisher
  • Funktionstasten — funktionieren bis auf Webcam
  • Webcam — noch nicht einsatzfähig
  • Kartenleser — nicht getestet
  • Suspend to Disk/RAM — funktioniert nicht
  • internes Mikro — nicht getestet

Da ich das Gerät erst seit dem 28. Januar habe, wird dieses Tutorial wohl noch ausführlicher. Einige Sachen, die bisher noch nicht laufen werde ich wohl in nächster Zeit in angriff nehmen. Insgesamt lässt sich zum S10e sagen, dass es ein recht gutes Netbook ist. Die Verarbeitung ist topp, die Tastatur angenehm, das Touchpad vllt. nicht ganz so gut, das Display lässt sich recht gut ablesen, auch wenn es verspiegelt ist. Auch die Akkulaufzeit ist nicht zu knapp, was nicht zu letzt am 6-Zellen-Akku liegt.

 

Update:

Nachdem ich auf die schnelle keine Lösung für das Bildschirm- und Webcam-Problem fand, da ich momentan recht wenig Zeit habe, installierte ich vor kurzem Ubunut. Auch hierzu findet ihr einen Bericht auf meiner Homepage. Wenn ich demnächst mal nochmal Zeit habe, werde ich einen neuen Versuch mit openSUSE starten und meine Ergebnisse an dieser Stelle posten.

openSUSE 11.0 auf dem Lenovo S10e

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