Nachdem ich mir vor kurzem das Lenovo S10e zugelegt habe, wollte ich natürlich direkt das vorinstallierte SLED 10 testen. Bei diesem Test stellte ich fest, dass Lenovo hier keinerlei Anpassungsarbeit geleistet hat. Ich konnte den Rechner nicht dazu bewegen, sich mit meinem mit WPA verschlüsselten WLAN zu verbinden. Insgesamt überzeugte mich SLED 10 nicht, zumal das System inzwischen recht veraltet ist. Vor allem das Packetmanagement stellt den Nutzer vor sehr große Geduldsproben.Nach all diesen Anfangsproblemen entschied ich mich zunächst meine Lieblingsdistribution openSUSE in der Version 11.0 zu installieren. Da ich hier allerdings auf einige Schwierigkeiten traf, installierte ich (vorläufig) Ubuntu 8.10 zu installieren. Im Folgenden finden sich mein Erfahrungen, die ich bei dieser Installation machte.

Installation

Installiert habe ich Ubuntu via Live-USB-Stick. Um diesen vorzubereiten habe ich die Ubuntu-Live-Iso heruntergeladen und diese dann per unetbootin auf den USB-Stick gebannt. Nach dem Start vom USB-Stick startet wie Ubuntu wie von CD. Die folgenden Schritte dürften keine weitere Erklärung verlangen.

Hardware

Netzwerk

Die Erkennung das LAN-Anschlusses bereitete keinerlei Probleme. Das WLAN funktioniert allerdings zunächst nur via ndiswrapper, nach dem Update auf Kernel 2.6.27-11 aber auch mit dem proprietären Treiber von Broadcom. Mit den bcm43xx- und bmc43xx-legacy-Treibern kann der Chipsatz leider nicht betrieben werden, da der 4315-Chipsatz durch dasProjekt noch nicht unterstützt wird. Einziges Problem mit dem proprietären Treiber: Versucht man sich mit einem via WPA Enterprise verschlüsselten WLAN zu verbinden, legt der Rechner einen kompletten Freeze hin. Es hilft nur noch ein Hardreset. „Beheben“ lässt sich dieses Problem mit ndiswrapper. Das ist natürlich kein erstrebenswerter Zustand, ist aber immer noch besser, als im Firmen- oder Uni-WLAN offline bleiben zu müssen.

Grafik/Display

Die äußerst exotische Auflösung von 1024*576px (16:9) wurde von Ubuntu ohne Probleme erkannt. Die Helligkeitseinstellung funktioniert perfekt und die LED-Hintergrundbeleuchtung lässt sich per Hotkey abschalten. Der VGA-Ausgang des S10e lässt sich einwandfrei mit einem externen Monitor betreiben und es können recht hohe Auflösungen eingestellt werden (getestet bis 1600×1200 bei 85Hz). Obwohl es sich um ein verspiegeltes Display handelt kann man mit dem S10e auch bei heller Umgebung und recht dunklem Bildschirm relativ gut arbeiten. Man sollte dabei nicht unbedingt nicht mit dem Rücken zu einem sonnenbeschienen Fenster sitzen. Durch die Verspiegelung ist das Display sehr kontrast- und farbenreich und auch bei voller Helligkeit geht relativ wenig Akkulaufzeit verloren.

Anschlüsse

  • USB

vorhanden: 2 Anschlüsse

Funktion: einwandfrei

  • LAN

Funktion: einwandfrei

  • VGA

Funktion: einwandfrei, Gerät muss vor der Anmeldung angeschlossen sein

  • Kartenleser

Funktion: nicht getestet (kommt demnächst)

  • Mic-In, Line-Out

Funktion: einwandfrei

Soundqualität: sehr gut, sogar besser als auf dem nx6325

Touchpad

Multitouch: scheint nicht zu funktionieren

Scrollen: funktioniert sehr gut

Klicken durch Antippen: oft schwerfällig, manchmal aber auch unabsichtlich

Webcam

Funktion: einwandfrei

gestetet mit: Skype und Ekiga Softphone

internes Mikro

Funktion: bisher nicht getestet

Sondertasten

Alle Fn-Tastenkombinationen funktionieren out-of-the-box

Laufzeit

Die erreichten Laufzeiten aus c’t 3/2009 (bis 6 Stunden) lassen sich nicht erreichen. Allerdings schlägt sich das S10e mit 4 1/2 – 5 Stunden recht gut und hat somit eine optimale Laufzeit um damit einen Tag lang zu arbeiten (getestet bei recht niedriger Displayhelligkeit, WLAN und Bluetooth, Surf- und Chat-Aktivitäten, diverse Konfigurationen und Softwareinstallation).

Produktbewertung / Fazit

Das Lenovo S10e ist insgesamt sehr gut verarbeitet. Die Display-Schaniere sind stabil, und das Display selbst ist sehr verwindungsarm (dies liegt aber auch u.A. an den 10.1″). Negativ sind aufgefallen:

  • Akku wackelt ein bisschen, hat ca. 2 mm Spiel.
  • Lüfter springt oft an
  • Lüfter fiept extrem hoch (für viele meiner Bekannten nicht hörbar, mein geschultes Gehört bemerkt so etwas, ich bin schließlich Musiker XD ). Dieses Piepsen ist derart hoch und nervig, dass ich kurz davor stand das Gerät zurück zu schicken.

Trotz der negativen Aspekte halte ich das S10e für ein sehr schönes und gutes Netbook – meiner Meinung nach besser als der eeePC, was u.A. an der Klavierlack-Optik des eeePC liegt.

Fehlende Hardwaretests werde ich in den kommenden Tage/Wochen online stellen. Bei Gelegenheit werde ich auch openSUSE wieder installieren und dann meine Erfahrungen an dieser Stelle veröffentlichen.

Das Lenovo S10e

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