[UPDATE] Seit dem 29. Oktober ist der „karmische Koala“ als Download verfügbar. Nach einem ersten Versuch, bei dem ich mir aus eigener Dummheit die Partitionstabelle zerschossen habe, wagte ich mich heute an eine erneute Installation. Im folgenden findet ihr wie üblich ein paar Probleme und deren Lösungen, die auftraten, sowie meine persönliche Meinung zur neusten Ubuntu-Version.

Live-CD

Die Live-CD (in meinem Fall: der Live-USB-Stick) läuft bis auf eine Ausnahme einwandfrei. Jedes Mal, wenn ich versuchte, den proprietären Broadcom-Treiber zu aktivieren, fror der ganze Laptop ein. Dieses Problem hatte ich zuletzt mit Ubuntu 8.10. Vielleicht treten solche Bugs ja nur im Oktober auf.

Installation

Die Installation verläuft wie gewohnt zügig und nach dem bekannten Schema, an dem sich so gut wie nichts geändert hat.

Hardware

WLAN

Nach der Installation funktionierte das WLAN nicht und unter System->Systemverwaltung->Hardware-Treiber wurde mir lediglich die Meldung „keine proprietären Treiber verfügbar“ angezeigt. Lösung des Problems ist die Installation des Paketes „bcmwl-kernel-source“ und ein Neustart des Systems. Danach verband sich mein S10e ohne Probleme mit meinem WLAN (das Profil war noch im Networkmanager gespeichert, da ich für 9.04 und 9.10 das gleiche Homeverzeichnis nutze). Bisher ist das Netbook nicht wieder eingefroren. Ich hoffe, dass dies so bleibt, aber der Test mit WPA2 Enterprise, bei dem der Freeze im letzten Oktober immer wieder passierte, steht noch aus.

Bluetooth

WLAN und Bluetooth lassen sich harwareseitig wie bisher nur gemeinsam ausschalten, jedoch bietet das Bluetooth-Applet im Tray eine Option zum Ausschalten.

Webcam

Die Webcam funktioniert out-of-the-box (getestet mit vlc)

SD-Card-Reader

Leider hatte ich bisher noch keine SD-Karte zur Hand.

Funktionstasten

Alle FN-Tastenkombinationen funktionieren wie zuvor einwandfrei. Einzige Ausnahme bildet nach wie vor FN+F5.

Standby

    Nach mehreren Tests kann ich nur sagen: das Wecken aus dem Standby funktioniert recht gut, jedoch kommt mir danach die Festplatte unglaublich langsam vor. Selbst der Kalender benötigt ca. 20 Sekunden zum öffnen.

    Akkulaufzeit

    Während ich fröhlich im Bett vor mich hinsurfte und mal einen Blick auf die Akkulaufzeit warf, überaschte mich Ubuntu 9.10, was diese angeht. Nach dem der Firefox einmal geöffnet war, sonst keine weitere CPU-Zeit benötigt wurde und das Bluetooth ausgeschaltet war, stieg die Akkulaufzeit auf 5:20h. Diesen Wert lieferte mir die Anzeige nach über 40 Minuten Laufzeit. Die reale Laufzeit betrug im folgenden dann ziemlich genau 5 Stunden. Um den Akku nicht all zu sehr zu strapazieren, habe ich ihn nur bis 7% entladen lassen. In diesem Zustand wurden immer noch 15 Minuten angezeigt. Mit diesen Werten liegt die Version 9.10 eine Stunde über ihrem Vorgänger. Hier noch ein Screenshot:

    CPU-Frequenz-Applet

    Um mehr Kontrolle über die Prozessor-Takt-Stufen zu haben, verwende ich das CPU-Frequenz-Applet „Überwachen der Prozessortaktstufen“. Unter früheren Ubuntu-Versionen reichte es einmal das sudo-Passwort einzugeben und die Option „Legitimierung merken“ auszuwählen. Diese Option steht nun nicht mehr zu Verfügung. Statt dessen muss man mit Rootrechten unter /var/lib/polkit-1/localauthority/50-local.d/ die Datei gnome-cpufreq.pkla mit dem Inhalt

    [Allow users to set the CPU frequency]Identity=unix-group:$$BENUTZERNAME$$Action=org.gnome.cpufreqselectorResultAny=noResultInactive=noResultActive=yes

    anlegen ($$Benutzername$$ sinnvoll ersetzen Zwinkernd). Danach sollten sich die CPU-Takt-Frequenz, bzw. Profile ordnungsgemäß einstellen lassen.

    GDM-Theme

    Durch Änderungen am GDM lassen sich eigene Login-Screens nicht mehr in der gewohnten Weise einbinden. Die mir bisher einzige bekannte Möglichkeit ist:

    1. abmelden und via STRG+ALT+F1 auf die erste Konsole wechseln
    2. export DISPLAY=:0.0
    3. sudo -u gdm gnome-control-center
    4. Mit ALT+F7 zur grafischen Anzeige wechseln
    5. Unter Darstellung->Erscheinungsbild wie bei einem normalen Benutzer das Theme ändern, den Hintergrund anpassen etc.
    6. mit STRG+ALT+F1 zurückwechseln
    7. abmelden
    8. STRG+ALT+F7, der neue Login-Screen sollte jetzt tu sehen sein

    Performance

    Obwohl Ubuntu 9.10 noch schneller booten soll als seine Vorgängerversion, kann ich keinen Unterschied spüren. Mein Desktop-PC startet nach einem Upgrade sogar noch langsamer als zuvor. Auch bei der Arbeitsgeschwindigkeit erkenne ich keine Unterschiede.

    Look-and-Feel

    Das Look-and-Feel einer Standard-Ubuntu-Installation war noch nie mein Geschmack. Auch wenn sich der Desktop jetzt etwas hübscher präsentiert und auch ein paar Wallpaper dazugekommen sind, sind der Boot- und Login-Screen doch sehr gewöhnungsbedürftig. Lieber schaue ich mir die Konsolenausgabe an, was zudem noch den Vorteil hat, dass ich Probleme die beim Booten auftreten direkt erkennen kann. Insgesamt fand ich Ubuntu 9.04 doch hübscher. Positiv ist jedoch die Verwendung von Grub2. Hat man sich erst einmal mit dem neuen Konfigurationskonzept angfreundet, lassen sich sehr einfach Grafiken im Bootload einbinden und eigene Schriftarten und -farben einstellen.

    Fazit

    Was mich zum Umstieg bewogen hat, war die extrem verlängerte Akkulaufzeit, sonst hat mir  „Jaunty Jackalope“ um einiges besser , das es wesentlich runder lief (kein Gefrickel nach der Installation, so wie es sich gehört). Insgesamt erinnert mich der „Karmic Koala“ eher an einen „chaotic coala“ (Entschuldigung für das schlechte Wortspiel) und hätte meiner Meinung nach auch etwas besser ausfallen können. Mal schauen, was in wenigen Tagen openSUSE 11.2 verspricht.

    Referenzen

    CPU-Frequenz-Applet

    GDM-Theme

    Ubuntu 9.10 + S10e
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